3
Mai
2015
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Wer im Elfenbeinturm sitzt, soll nicht die Fenster einschmeißen.

Wer im Elfenbeinturm sitzt, umgibt sich mit einem wertvollen, wunderschönen, edlen Gebilde, das zum Zuhause aber auch zum Gefängnis werden kann. Vor allem zum Gefängnis des eigenen Horizonts. Denn wir verstehen diesen Turm heute vor allem im Sinne von Intellektualität, von Wissen oder Wissenschaft, in der wir ebenfalls zu Hause sein, von der wir aber auch komplett verschlungen, vereinnahmt oder auch eingemauert werden können. Und wenn dieses scheinbar so Wertvolle zu unserem einzigen Lebensraum wird, dann fällt es schwer, überhaupt noch etwas von der (echten) Welt außerhalb des schönen Turms wahrzunehmen.

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23
Apr
2015
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Der gute Ton macht die Zukunftsmusik. Nicht dieselbe alte Leier.

Es gibt Sprachen, die auch ohne Worte auskommen und das sogar über Länder und Kulturen hinweg. Wie zum Beispiel die Musik. Ist sie vielleicht nicht per se eine Sprache, so kann sie doch ziemlich viel, das Sprache auch kann: Botschaften transportieren, Menschen einander verständlich machen, näher bringen oder auch genau das Gegenteil. Sie kann Gefühle auslösen, zum Ausdruck bringen und sie sogar kommunizieren. Ihrer Definition nach ist die Musik natürlich etwas, das wir hören, bestehend aus „akustischem Material“, „Tönen und Klängen innerhalb des für Menschen hörbaren Bereichs“. Doch der von dem Wort „Muse“ abgeleitete Begriff bezeichnete ursprünglich ganz unterschiedliche Arten musischer Betätigung.

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11
Apr
2015
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Der Sinn des Unsinns. Vom Larifari zum Schmafu.

Das Sprachperlenspiel fühlt sich geehrt, denn es wurde in einem Blog zum Thema Bloggen erwähnt: Martin Stäbe, der ebenfalls so einiges über die Sprache zu schreiben hat, ging in seinem Beitrag auf zielbar.de auf die charakterlichen Voraussetzungen für glückliches bzw. erfolgreiches Bloggen ein. Darunter nannte er das Nicht-immer-perfekt-sein-wollen als wichtige Eigenschaft und das Sprachperlenspiel als erklärendes Beispiel. Aber ist das Nichtperfektsein denn überhaupt etwas Gutes?

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29
Mrz
2015
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Weinen ist lächerlich, schwach und böse. Meint zumindest die Sprache.

Das Weinen ist, auch ohne überhaupt von einem Wort oder gar einer Sprachperle begleitet zu werden, eine der echten Größen der menschlichen Kommunikation. Denn ganz unabhängig von Sprache und Kultur kennt und kann es im Grunde jeder. Ob es sich tatsächlich als eine Art der sozialen Interaktion entwickelt hat oder doch einfach als Mittel zum Stress- und Spannungsabbau – darüber sind sich die Wissenschaftler nicht ganz einig. Eines scheint aber klar zu sein: Das Weinen ist ein emotionaler Ausdruck, der durch bestimmte (zumeist negative) Gefühle wie Schmerz, Trauer, Furcht, Wut, Hilflosigkeit, Angst oder Enttäuschung ausgelöst wird. Das Wort „weinen“ selbst geht auf das althochdeutsche „weinōn“ zurück und entstand aus der Bedeutung „weh schreien“.

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9
Mrz
2015
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Hinz & Kunz oder Krethi & Plethi. Wir sind doch nicht Jedermann.

Über die Generation Y – also die wie ich zwischen etwa 1977 und 1999 Geborenen – wird ja immer wieder viel gewusst und viel geschrieben. Verwöhnt und narzisstisch seien wir, immer alles gehabt hätten wir, von unseren Eltern verhätschelt worden wären wir, in Watte gepackt und mit Selbstvertrauen, Bildung und Technologie vollgepumpt. Und trotzdem sind wir immer unzufrieden.

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2
Mrz
2015
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Warum sagen das nur die Österreicher? (Teil 2)

„Ja, der Text stimmt so, aber mach’ vielleicht, dass er ein bisschen… ich weiß nicht… komplizierter klingt!“ So lautete einmal der Wunsch meines Auftraggebers. Und tatsächlich wird das doch oft so empfunden: Ein (deutscher) Text ist dann richtig super, wenn er ein bisschen gespreizt daherkommt – mit ein paar bewusst gestreuten Fremdwörtern und anderen Ausdrücken, die wir in unserem normalen Leben niemals verwenden würden. Zumindest besteht diese Ansicht trotz vieler modernerer Zugänge zur Sprache teilweise immer noch. Nicht nur aber bestimmt auch in Österreich.

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25
Feb
2015
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Seit wann es das deutsche Baby gibt. Und was vor ihm war.

Wenn ich mir meine eigene Großmutter vorstelle, wie sie Anfang der 50er-Jahre auf einem kleinen Bauernhof im österreichischen Weinviertel ihr erstes Kind erwartete, fällt es mir schwer, zu glauben, dass sie tatsächlich von einem Baby sprach. Nun sind mein Glaube und meine fehlende Vorstellungskraft natürlich wenig relevant. Doch auch objektiv und realistisch betrachtet kann das Wort „Baby” ja nicht schon immer in unserem Sprachgebrauch gewesen sein. Nur – wenn nicht, was war dann davor?

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15
Feb
2015
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Zur Seite springen und Hörner aufsetzen. Vom italienischen Gspusi bis zum jiddischen Techtelmechtel.

Genug Geschmuse. Jetzt dürfen wir auch wieder über die nicht so rosaroten Seiten des Liebeslebens sprechen. Wie zum Beispiel die Affären. Nicht, dass die immer schlecht sein müssen. Aber das Wort, dessen zweite Bedeutung „peinlicher Zwischenfall“ oder „unangenehme Angelegenheit“ ist, steht ja weniger für echte Liebe als für eine Art Liebes-Abenteuer – oftmals geheim, oftmals verboten und oft auch von relativ kurzer Dauer. Ebenfalls nicht so selten folgt sie einem Seitensprung, das heißt, einer Situation, in dem jemandem die Hörner aufgesetzt werden. Aber der Reihe nach.

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